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Geheimnisse, die aus Klarheit entstehen, sind in den Öl-auf-Leinwand-Drucken von Astrid Clasen versteckt, deren reduzierte Formen wie filigrane Musik in den Bann ziehen.
Linien, die sich frei durch die Fläche des Bildes zu bewegen scheinen, indem sie ihre Beziehungen untereinander ständig neu definieren – und die dennoch zu etwas, das bekannt scheint, sich fügen, vielmehr zu einer Andeutung davon. Die Freiheit, die solche Bilder dem Betrachter lassen, ist Bedingung für die Entdeckung dessen, was Astrid Clasen selbst als das bezeichnet, was „untergründig in den Motiven und in den Skizzen steckt“, aus denen sie die Bilder entwickelt. Die dabei erwachsende Vieldeutigkeit bleibt auch dann erhalten, wenn in einigen der Arbeiten ... Schriftzüge auftauchen – wobei offen bleibt, ob deren Rolle die eines rein grafischen Elements ist oder ob sie eine Aussage machen sollen. Weil die Worte nur Fragmente, also Reduktionen sind, öffnen sie die Pforten der Wahrnehmung, statt einen Sinn festzulegen ...
Die Bilder Astrid Clasens stellen das Prinzip der Nuance gegen das der Überfülle; ihre Reduktionen setzen Genauigkeit, Präzision, Feinfühligkeit wieder in ihre Rechte.
Thomas Janssen
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